Newsletter No. 12

Liebe Unterstützer, Paten und Freunde von Asha21,

noch nicht einmal ein Monat ist seit dem letzten Asha21-Newsletter vergangen. Und trotzdem scheint sich die Welt in der Zeit massiv verändert zu haben. Habe ich im März noch von unserer Uganda-Reise berichtet… im Moment völlig undenkbar.

Nahezu jedes Land ist von der aktuellen Corona-Krise betroffen, manche mehr, manche weniger. Auch in Deutschland hätten wir uns die Entwicklung in den letzten Wochen so sicherlich nicht vorgestellt, weshalb mir das Schreiben dieser Zeilen nicht so leicht fällt.
Trotzdem möchte ich mit diesem Newsletter ein Update zu unseren Projekten in Uganda und Nepal geben.

Über die aktuellen COVID19-Fälle in unseren Projektländern gibt es keine genauen Zahlen. Auch wenn bei uns in Deutschland sehr viele Menschen betroffen sind und die Langzeitfolgen z.B. für die Wirtschaft momentan noch nicht abzuschätzen sind, bedeutet Corona in Uganda, Nepal und vielen weiteren Entwicklungsländern eine lebensbedrohliche Katastrophe.
Viele Tagelöhner haben ihre Jobs verloren und somit auch ihr komplettes Einkommen. Sie leben eigentlich von dem Geld, das sie jeden Tag erhalten. Sie haben auch keine Ersparnisse, um sich einen Lebensmittelvorrat anzulegen. Schon jetzt sind zigtausende Menschen davon betroffen. In Nepal stehen momentan noch hunderte Menschen an der Grenze, nachdem sie in Indien ihre Jobs verloren haben. Momentan lässt Nepal nicht einmal mehr die eigenen Leute einreisen.

Corona-Pandemie, Stand: 09.04.2020, 11:50, Uhr; Quelle: www.arcgis.com

In Uganda sind die Lebensmittelpreise stark gestiegen (Reis um 50%). Die Situation für viele Familien ist bereits jetzt bedrohlich. Marina von unserer Partnerorganisation Havilah in Uganda schreibt dazu:
„Uns geht es gut, aber die Situation in Uganda ist schlimm. Menschen haben nichts zu essen und Essen ausgeben ist verboten. Schrecklich . Viele Menschen werden von der Polizei verprügelt. Das Krankenhaus zu erreichen ist super schwer, wenn dann nur zu Fuß. Eine durchschnittliche Familie in den Dörfern isst oft nur einmal täglich. Wenn das eine mal nicht da ist, fällt die Mahlzeit eben aus. Besonders hart trifft es meist die alleinerziehenden Frauen. Gestern rief uns eine dieser Frauen an. Sie heißt Faith und ist alleinerziehend mit 7 Kindern in einem Land ohne jegliche Grundversorgungsmöglichkeiten und Unterstützungen. Sie war sehr verzweifelt, da sie ihre Kinder nicht mehr versorgen kann. Wir kennen sie und begleiten sie schon einige Zeit. Wir konnten ihr Essen für ihre Familie mitgegeben und mit ihr beten. Das Grundproblem ist meist die coronabedingte Arbeitslosigkeit . Jetzt im Corona Lock-Down können viel zu viele Menschen nicht arbeiten. Das Thema Hunger wird vermutlich in den nächsten Tagen und Wochen drastisch zunehmen.“

In Nepal gibt es keine Schutzausrüstung, kaum Testkits, kaum Intensivbetten und Beatmungsgeräte. Viele Menschen (im Terrai und in den Bergdörfern) haben bereits starke Lungenschädigungen durch das offene Feuer in den Häusern. Ein Ausbruch der Pandemie würde diese Menschen besonders hart treffen. Auch hier leben viele Menschen, die auf ihren täglichen Lohn angewiesen sind. Sie haben keine Reserven und können sich keine Vorräte anlegen.

Unsere Kinderhäuser sind momentan noch gut versorgt, Lebensmittel sind verfügbar. Die Herausforderungen der nächsten Tage und Wochen werden sicherlich die steigenden Preise und die Unterversorgung wegen der geschlossenen Grenzen sein. Corona ist für uns alle eine große Herausforderung, auch hier in Deutschland. Trotz allem geht es uns aber noch verhältnismäßig gut, gibt es doch staatliche Sicherungssysteme, die uns in solchen Krisensituationen unterstützen. In Ländern wie Nepal und Uganda ist keine Hilfe von der Regierung zu erwarten. Bei vielen Menschen geht es ganz einfach um das nackte Überleben.

In den letzten Tagen bin ich viel in Kontakt mit unseren Partnern in Nepal und Uganda.
Gemeinsam überlegen wir Möglichkeiten, wie wir den Menschen ganz konkret in dieser außerordentlichen Notsituation helfen können. Es wird sicherlich in erster Linie darum gehen, die notleidenden Familien mit Lebensmitteln zu versorgen.

Wer das gerne unterstützen möchte… wir sind über jede Spende sehr dankbar. Im Betreff bitte angeben: C19-Nepal, C19-Uganda oder C19-Nepal und Uganda.

In Kürze sind auf unserem YouTube-Kanal auch einige Statements zur momentanen Situation von Min Raj Dulal aus Nepal verfügbar.

Die Versorgung unserer drei Kinderhäuser in Nepal und des Kinderhausprojekts in Uganda geht weiter. Auch in dieser Zeit haben wir die Verantwortung für über 60 Kinder und nehmen diese weiterhin war. Danke, wenn du uns auch hier nach Möglichkeit weiterhin mit deiner Patenschaft unterstützt.
Wir leben gerade in herausfordernden, unsicheren, manchmal auch beängstigenden Zeiten. Trotzdem und gerade deshalb möchte ich dich heute grüßen mit einem Zitat, das mir in den letzten Tagen immer wieder Mut und Hoffnung gibt:

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2. Timotheus 1,7)

Mit dieser Zuversicht werden wir auch diese Krise gemeinsam durchstehen.
Ich wünsche dir trotz allen Umständen ein schönes und frohes Osterfest.

Viele liebe Grüße!
Be blessed!

Oliver Keppeler

Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert (Gustav Werner)

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